VR-Bank Bonn - gesundes Wachstum

Bonn - Duisdorf, 14. Februar 2014

Neue Herausforderungen durch SEPA und Basel III

von links: Rainer Jenniches (Vorstandsvorsitzender VR-Bank Bonn) und Martin Ließem (Vorstand VR-Bank Bonn)

„Neue Herausforderungen regulatorischer und bankaufsichtsrechtlicher Art - kurz Basel III - sowie das neue europäische Zahlungsverkehrssystem SEPA sind Aufgaben, vor die wir Banken gestellt wurden und deren Umsetzungsvorbereitungen im Geschäftsjahr 2013 viele Ressourcen gebunden haben“, sagte Rainer Jenniches, Vorstand der VR-Bank Bonn bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die er gemeinsam mit seinem Vorstands-kollegen Martin Ließem gab.

„Der Finanzmarkt befindet sich im Umbruch“, so Jenniches weiter. Im Mittelpunkt der anstehenden Veränderungen stehe die neue Baseler Rahmenvereinbarung (Basel III), die im Dezember 2010 veröffentlicht und am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist. Die neuen Bestimmungen von Basel III seien als Ergänzung oder Weiterentwicklung bisheriger Regelungen, wie zum Beispiel die Stärkung der Qualität und Quantität des bankaufsichtlichen Eigenkapitals, ein globaler Liquiditätsstandard, die Unterlegung weiterer Risiken mit Eigenkapital sowie die Einführung einer Verschuldungsquote, zu sehen.

Das Finanzsystem solle so gestärkt und das Risiko weiterer Krisen eingegrenzt werden. „Da die VR-Bank Bonn über eine sehr komfortable Eigenkapitalsituation verfügt, wird es weiterhin keine Einschränkungen bei der Kreditvergabe an die mittelständische Wirtschaft geben“, erläutert Jenniches.

Die Einführung des einheitlichen europäischen Zahlungssystems, kurz SEPA, stelle Banken wie Kunden gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Umstellungen im Bereich der Firmenkunden seien weitgehend abgeschlossen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung bedeute die Fristverlängerung nicht, dass der Termin 1. Februar generell verschoben wurde, sondern vielmehr werde den Banken eine Rechtsgrundlage geschaffen, in begründeten Fällen Unternehmen eine Fristverlängerung zu gewähren, falls diese den Termin 1. Februar nicht einhalten können.

Privatkunden sollten ab sofort für Überweisungen die neue IBAN Nummer nutzen.

„Trotz dieser zeitraubenden Arbeiten, ist es uns gelungen, erneut mit einem guten Geschäftsjahr abzuschließen“, erläutert Jenniches die aktuelle Situation der Bonner Bank mit 12 Filialen in Bonn, Bad Godesberg sowie den angrenzenden Gemeinden Wachtberg und Alfter.

Die Bilanzsumme der VR-Bank Bonn wuchs von 628 Mio. Euro um 4 Prozent auf 653 Mio. EURO.

Das Wachstum gehe gleichermaßen von der Aktiv- wie von der Passivseite aus. „Das darüberhinaus gute Betriebsergebnis ist ein Indikator für die kontinuierlich positive Entwicklung unseres Hauses“, sind sich beide Vorstände einig. Dies schaffe die Voraussetzung für eine gute Dividendenausschüttung und eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalausstattung, berichten die Banker.

Die 134 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VR-Bank Bonn haben nahezu 35.000 Mitglieder und Kunden in etwa 18.000 terminierten Gesprächen umfangreich und zielgerichtet beraten. „Dies sei eine besonders gute Quote und zeige sowohl das hohe Maß an Nähe und konsequenter Kundenbetreuung als auch den starken Wunsch der Mitglieder und Kunden nach Informationen über Bankprodukte und maßgeschneiderte Lösungen“, kommentiert Martin Ließem, im Vorstand zuständig für das Filialgeschäft und die Vermögensberatung. Die Bank freut sich besonders über 800 neue Mitglieder.

Trotz anhaltender Niedrigzinsphase zeigen die bilanziellen Kundeneinlagen ein robustes Wachstum von 5,9 %.

Verstärkt nachgefragt wurden Spar- und Sichteinlagen, die den Rückgang bei den Termineinlagen kompensieren. Das Einlagenwachstum wird insbesondere durch einen Zuwachs beim Klassischen Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist mit einem Plus von nahezu 25 % getragen. Die hauseigenen Sparbriefe weisen einen erfreulichen Anstieg von 8,6 % auf. Dies spiegelt das weiterhin hohe Sicherheitsbedürfnis der Kunden wider.

Getrieben durch die lockere Geldpolitik der EZB und gute Unternehmensgewinne stieg der DAX um 22,6 % von 7.791 auf 9.552 Punkte.

„Wir empfehlen eine Beimischung von Wertpapieren bei der Geldanlage, um die Gesamtrendite zu verbessern“, erläutert Martin Ließem. Denn Anlagen, die nur größtmögliche Sicherheit und hohe Liquidität versprechen, reichen im Zinsertrag nicht aus, um nach Inflation und Steuern einen Vermögenserhalt zu gewährleisten.

So stieg der Wertpapierumsatz von 88 Mio. Euro im Vorjahr um 12 % auf 98,5 Mio. Euro. Vorwiegend seien Fondsanlagen nachgefragt worden. Festverzinsliche Wertpapiere hingegen wurden wegen des Niedrigzins weniger gesucht.

Das Bauspargeschäft lief im vergangenen Jahr - auch getragen von der starken Nachfrage nach Baufinanzierungen - mit einer Gesamtsumme von 28 Mio. Bausparvolumen weiterhin gut.

Die Produkte der verbundeigenen R+V Versicherung zeigten einen soliden Absatz, die Ziele wurden nahezu erreicht. Das Volumen der abgeschlossenen Lebensversicherungen belief sich auf 11 Mio. Euro.

„Die Wahl unsere Eigenanlagen treffen wir stark sicherheitsorientiert“, erläutert Martin Ließem. Außerdem betreibe die VR-Bank Bonn keinerlei Spekulationsgeschäfte und investiere auch nicht in Staatsanleihen südeuropäischer Länder.

Das weiterhin niedrige Zinsniveau beflügelte auch 2013 die Nachfrage nach langfristigen Immobilienkrediten. Als Schutz vor Mietpreissteigerungen und zur Altersabsicherung werde vielfach die Anlage in Sachwerten gesucht, berichtet Rainer Jenniches, im Vorstand verantwortlich für das Firmenkunden- und Immobiliengeschäft. Insgesamt konnte die VR-Bank Bonn bei den hauseigenen Krediten um rund 24 Mio. Euro auf 426 Mio. Euro zulegen. Das entspricht einer Steigerung von 6 %.

Unter Berücksichtigung des Vermittlungsgeschäftes zu den Verbundpartnern, betragen die Gesamtausleihungen 616 Mio. Euro.

Die erhöhte Nachfrage nach Wohnimmobilien führe am Bonner Immobilienmarkt zu einem erkennbaren Preisanstieg für Mieten und Kaufpreisen für Wohnungen und Häuser. „In den Preisanpassungen der letzten Jahre sehen wir jedoch noch nicht die Bildung einer Immobilienblase in der Region Bonn“, so Jenniches. 

Letztlich helfe gegen steigende Mieten und Preise nur verstärkter Wohnungsneubau, so der fachmännische Rat von Jenniches. „In der Begleitung solcher Neubaumaßnahmen spiegelt sich auch der Erfolg unserer Tochtergesellschaft, der V+R Immobilien GmbHwider“, berichtet Jenniches. So konnte im letzten Jahr mit 153 vermittelten Immobilien ein neuer Höchstwert in der über 20-jährigen Firmengeschichte erreicht werden. Allein im letzten Jahr wurden Immobilien im Wert von über 27 Mio. Euro vermittelt. Geschäftsführer Guido Tannenbaum freut sich mit seinem Team über diese Erfolge und sieht sich auch für das Jahr 2014 durch eine aktive Beteiligung an diversen Projekten gut aufgestellt.    

„In der „Neuen Bestlage Bonns“ - der Röttgener Heide – bietet unser Immobilien-Team Einfamilienhäuser und in Kürze auch Eigentumswohnungen an“, so Jenniches weiter. Die Erschließungsarbeiten seien weit fortgeschritten. Hier werde Raum für 300 Wohnungen geschaffen. Auf insgesamt 170 Baugrundstücken entstehen Einfamilienhäuser. 16 weitere Grundstücke sind für den Mehrfamilienhausbau vorgesehen. Insgesamt werden hier etwa 1.000 Neubürger ein neues Zuhause finden.

Die VR-Bank Bonn hat in der „Grünen Mitte“ in Duisdorf 92 Wohnungen gebaut. Die Vermietung an Kunden und Mitglieder der Bank ist nahezu abgeschlossen. Derzeit sind nur noch etwa 20 Wohnungen frei. „Wir sind stolz darauf, dass sowohl Kosten- als auch Zeitplan eingehalten werden konnten und die Wohnungen so großen Zuspruch bei unseren Interessenten finden“, sagte Vorstand Jenniches.

„Das Gesamtvolumen aller Einlagen- und Kreditgeschäfte, die unsere Kunden mit uns tätigen, beträgt 1,467 Mrd. EURO“, sagt Rainer Jenniches. Dies entspricht einer Steigerung von 5,6 %.

Die „Stiftung der VR-Bank Bonn“ fokussiert weiterhin auf soziale und gemeinnützige Kinder-und Jugendprojekte von Institutionen im direkten Geschäftsgebiet der Bank. Gefördert wurden im Jahre 2013 beispielsweise das Projekt „One World“ in Bad Godesberg, das Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Religionen und unterschiedlicher Interessen zu-sammenbringen soll. Weiterhin wurden der Verein „Ausbildung statt Abschiebung“, diverse Sportvereine sowie die Naturtribüne des Reit- und Fahrvereins in Alfter gefördert.

Die Stiftung engagiert sich darüber hinaus in Form von Stipendien bei der Universität Bonn und der Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg.

Die VR-Bank Bonn unterstützt außerdem zahlreiche Vereine und Institutionen mit Sponsoring und Spenden. Allein 50.000 EURO flossen aus Gewinnsparmitteln sozialen, gemeinnützigen oder sportfördernden Zwecken zu.

Die „Gewinnsparbilanz“ des Jahres 2013 zeigt neben diesen Spenden eine stolze Sparsumme von über 1 Mio. Euro und Geldgewinne in Höhe von etwa 160 T€. Einige Kunden konnten sich zusätzlich über hochwertige Sachpreise freuen.

Einen Ausblick gaben die Vorstände durch Vorankündigung der beiden jedes Jahr stattfindenden Kundeninformationsveranstaltungen am 4. November 2014 in der Stadthalle Bad Godesberg sowie am 18. November 2014 in der Sporthalle Schmittstraße in Bonn-Duisdorf.

Lägel

Bonn, den 14.2.2014