VR-Bank Bonn - stabile Ertragslage trotz weiterhin anhaltender Niedrigzinsphase

Bonn - Duisdorf, 19. Februar 2016

Gute Ergebnisse trotz großer Herausforderungen und Risiken

von links: Rainer Jenniches (Vorstand VR-Bank Bonn) und Martin Ließem (Vorstand VR-Bank Bonn)

„Das Geschäftsjahr 2015 stand unter dem Einfluß der anhaltenden Niedrigzinsphase“, sagte Rainer Jenniches, Vorstand der VR-Bank Bonn, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Martin Ließem gab. „Trotz der weiterhin großen Herausforderungen und Risiken in Zeiten von Staatsschuldenkrisen einiger EU-Staaten, geopolitischer Unsicherheiten und einer verhaltenden Weltkonjunktur konnten wir 2015 ein gutes Ergebnis auf Vorjahresniveau mit erfreulichen Wachstumsraten bei der Anzahl unserer Mitglieder, bei den Kundeneinlagen und im Kreditgeschäft erreichen“, so Jenniches weiter.

„Aber insbesondere die historisch niedrigen Zinssätze machen unseren Sparern und uns selbst zu schaffen“, so Jenniches weiter. „Ein zweijähriges Bundeswertpapier rentiert mit einem Minuszins
von 0,2 %. Bei einer Inflation von zur Zeit 0,5 % verliert der Anleger 0,7 % in jedem Jahr. Die Zinssätze von Bundeswertpapieren mit Laufzeiten bis zu 5 Jahren sind negativ. Die Sparer sitzen mit den Banken, den Lebensversicherungen und institutionellen Kapitalanlegern in einem Boot.

Läuft die Zinsfestschreibung eines Hausbaudarlehens beispielsweise mit 4,25 % ab, so verlängern wir heute für die nächsten 10 Jahre mit einem Zinssatz über 1,5 %. Läuft ein Wertpapier mit 1,5 % aus,
so verlängern wir heute zu 0 %. Die Zinserträge sind rückläufig und belasten damit unsere Hauptertragsquelle.

Wir steuern durch einen kontinuierlichen Ausbau der Kundenkredite gegen. Kreditnehmer profitieren von den günstigen Darlehenszinsen. Hausbaudarlehen und Investitionskredite waren nie günstiger.
Die Staaten konnten sich noch nie so preiswert finanzieren. Wir erkennen keine Kehrtwende beim Zinsniveau und raten daher unseren Kunden und Mitgliedern im vertretbaren Umfang zur Beimischung von Sachwerten in Form von Immobilien- und Aktienanlagen“, erläutert Jenniches die aktuelle Situation.

Die Bilanzsumme der VR-Bank Bonn verringerte sich von 698 Mio. Euro im Vorjahr um 3,4 %
auf 674 Mio. Euro Grund dafür sei ein einmaliger Sondereffekt bei bankeigenen Geschäften im Bereich Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere. Das Volumen im Kundengeschäft konnte hingegen ausgebaut werden. „Die positive Entwicklung unserer Bank mit 12 Filialen in Bonn-Hardtberg, Bad Godesberg und den angrenzenden Gemeinden Wachtberg und Alfter zeigt umso mehr das Vertrauen, das unsere Kunden in uns haben“, ergänzt Martin Ließem, zuständig für das Filialgeschäft und den Bereich Vermögensanlage.

136 Mitarbeiter beraten und betreuen mehr als  35.000 Kunden. Der Bereich Online-Banking und Digitalisierung gewinnt bei der VR-Bank Bonn und deren Kunden zunehmend an Bedeutung.
Permanent steigende Zahlen bei Online-Vertragsabschlüssen und Vertragsanbahnungen sowie Homepagebesuchen sprechen hier eine deutliche Sprache.

„Das gute Betriebsergebnis ist ein Indikator für die kontinuierlich positive Entwicklung unseres Hauses“, sind sich beide Vorstände einig. Dies schaffe die Voraussetzung für eine gute Dividendenausschüttung und eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalausstattung, berichten die Bankvorstände. „Durch die Gewinnung von 900 neuen Mitgliedern stieg die Gesamtzahl unserer Bankteilhaber auf über 15.000 an. Diese Zahl wollen wir in den nächsten Jahren noch steigern“, berichtet Martin Ließem.

Der konsequente Einsatz der genossenschaftlichen Beratung in allen zwölf Filialen habe zu diesem Erfolg beigetragen. „Mit dieser neuen Beratungsphilosophie kann – perfekt durch Technik unterstützt – die gesamte Anlage- und Lebenssituation unserer Kunden optimal erfasst und analysiert werden. Neben den persönlichen Zielen und Wünschen sowie der Vermögensstruktur werden auch Themen wie Absicherung und Altersvorsorge professionell beleuchtet. Am Gesprächsende erhält der Kunde ein ausführliches Exposee für seine Unterlagen. Die positiven Kundenreaktionen bestärken uns darin, dieses Angebot auszubauen“, so Ließem.

Der Deutsche Aktienmarkt konnte 2015 mit plus 9,6 % erneut ein erfreuliches Ergebnis erzielen.
Unter hohen Schwankungen schloss der DAX am Jahresende mit 10.746 Punkten.
Die Schwankungsbreite reichte von knapp 12.500 Punkten Ende April bis zum Tiefstand bei 9.690 Punkten im September. „Vor diesem Hintergrund haben wir die Vermögensstruktur unserer Kunden durch Wertpapieranlagen ausgebaut“, erläuterte Ließem die aktuelle Anlagesituation der Kunden. Somit konnte das Provisionsergebnis in diesem Bereich um 7 % gesteigert werden.
Der Wertpapierumsatz  blieb mit 93 Mio. Euro auf einem hohen Niveau. Die Bestände konnten um 7,7 % auf 295 Mio. Euro ausgebaut werden. Insbesondere Investmentfonds und Zertifikate seien verstärkt nachgefragt Das vermittelte Bausparvolumen belief sich erneut auf 27 Mio. Euro.

Die Produkte der verbundeigenen R+V Versicherung zeigten einen soliden Absatz. Das Volumen der abgeschlossenen Lebensversicherungen betrug knapp 10 Mio. Euro. Das Finanzierungsgeschäft hat sich aufgrund der niedrigen langfristigen Zinsen weiterhin sehr gut entwickelt. Die Kundenkredite in der Bilanz erhöhten sich in 2015 um rund 24 Mio Euro auf 442 Mio Euro, ein Plus von 5,6 %.
Unter Berücksichtigung der Finanzierungen bei Verbundpartnern belaufen sich die Gesamtausleihungen auf 691 Mio. Euro.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage in der Region Bonn/ Rhein-Sieg sieht die VR-Bank Bonn aber ein gutes Umfeld, um auch weiterhin in fast allen Geschäftsfeldern zu wachsen. „Das Gesamtvolumen aller Einlagen- und Kreditgeschäfte, die unsere Kunden mit uns tätigen, beträgt 1,62 Mrd. EURO“,
so Rainer Jenniches. Dies entspricht einer Steigerung von 4,5 %.

Die erhöhte Nachfrage nach Wohnimmobilien führe am Bonner Immobilienmarkt zu erkennbaren Preissteigerungen für Mieten und Kaufpreisen für Häuser und Wohnungen. „Letztendlich hilft gegen steigende Preise nur verstärkter Wohnungsbau“, erklärt Jenniches. „In der Begleitung solcher Neubaumaßnahmen spiegelt sich auch der Erfolg unserer Tochtergesellschaft, der V+R  Immobilien GmbH wider“, berichtet er weiter. Geschäftsführer Guido Tannenbaum konnte gemeinsam mit seinem Team Immobilien im Wert von nahezu 50 Mio. Euro vermitteln. Der sehr hohen Nachfrage konnte die VR-Bank Bonn mit passenden Angeboten – insbesondere Neubauprojekte – begegnen.

Die „Stiftung der VR-Bank Bonn“ fokussiert weiterhin auf soziale und gemeinnützige Kinder- und Jugendprojekte von Institutionen im direkten Geschäftsgebiet der Bank. Gefördert wurden im Jahre 2015 beispielsweise die Arbeit des Vereins „Ausbildung statt Abschiebung“, Sterntaler e.V. ,
die Servatiusschule sowie der Känguru Verein. Außerdem erhielten das Beethovenhaus,
die Jugendarbeit in Alfter sowie das Projekt „Draitschquelle“ des Heimatvereins Bad Godesberg eine Zuwendung. Die Stiftung engagiert sich darüber hinaus in Form von Stipendien bei der Universität Bonn und der Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg.

Die VR-Bank Bonn unterstützt  außerdem zahlreiche Vereine und Institutionen mit Sponsoring und Spenden. Mehr als 8o.ooo Euro flossen aus Gewinnsparmitteln sozialen, gemeinnützigen oder sportfördernden Zwecken zu. Einen Ausblick gaben die Vorstände durch Vorankündigung der beiden jedes Jahr stattfindenden Kundeninformationsveranstaltungen am 15. November 2016 in der Stadthalle Bad Godesberg sowie am 8. November 2016 für den Marktbereich Hardtberg/ Alfter.

Erika Lägel