Kundenvolumen steigt auf 1,75 Mrd. Euro

Bonn - Duisdorf, 17. Februar 2017

Gute Ergebnisse trotz großer Herausforderungen und Risiken

„Das Geschäftsjahr 2016 stand unter dem Einfluss der anhaltenden Niedrigzinsphase“, sagte Rainer Jenniches, Vorstand der VR-Bank Bonn, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Martin Ließem gab.

„Trotz des Brexits, der weiterhin großen Herausforderungen und Risiken in Zeiten von Staatsschuldenkrisen einiger EU-Staaten, geopolitischer Unsicherheiten und einer verhaltenden Weltkonjunktur konnten wir im Jahr 2016 ein gutes Ergebnis auf Vorjahresniveau mit erfreulichen Wachstumsraten bei der Anzahl der Mitglieder und Kunden sowie bei den Einlagen und Krediten erreichen“, so Jenniches weiter.

„Insbesondere die historisch niedrigen Zinssätze machen jedoch unseren Sparern und uns selbst zu schaffen“, so Jenniches weiter. „Ein zweijähriges Bundeswertpapier rentiert mit einem Minuszins von   0,6 %, bei der fünfjährigen Laufzeit beträgt der Minuszins 0,5 %. Die Zinssätze von Bundeswertpapieren mit Laufzeiten bis zu acht Jahren sind negativ. Bei einer Inflation von aktuell knapp 2 % verliert der Anleger in Bundeswertpapieren unterm Strich etwa 2,5 % pro Jahr.

Die Sparer sitzen mit den Banken, den Lebensversicherungen und institutionellen Kapitalanlegern im gleichen Boot. Läuft die Zinsfestschreibung eines Hausbaudarlehens beispielsweise mit 4,25 % ab, so verlängern wir heute für die nächsten zehn Jahre mit einem Zinssatz über 1,5 %. Läuft ein Wertpapier mit 1,5 % aus, so verlängern wir heute zu 0 % Zinsen. Die Zinserträge sind rückläufig und belasten damit unsere Hauptertragsquelle, die drei Viertel aller Erträge ausmacht. Wir steuern durch einen kontinuierlichen Ausbau der Kundenkredite gegen. Kreditnehmer profitieren von den günstigen Darlehenszinsen, Hausbaudarlehen und Investitionskredite waren nie günstiger. Die Staaten konnten sich noch nie so preiswert finanzieren. Wir erkennen keine Kehrtwende beim Zinsniveau und raten daher unseren Mitgliedern und Kunden im vertretbaren Umfang zur Beimischung von Sach- und Substanzwerten in Form von Immobilien- und Aktienanlagen“, erläutert Jenniches die aktuelle Situation.

Durch die Gewinnung von 800 neuen Mitgliedern stieg die Gesamtzahl unserer Bankteilhaber auf nahezu 16.000. 136 Mitarbeiter beraten und betreuen mehr als 35.200 Kunden. „Die Anzahl der Bankteilhaber und der Kunden wollen wir in den nächsten Jahren noch weiter steigern“, berichtet Martin Ließem. Der konsequente Einsatz der genossenschaftlichen Beratung in allen zwölf Filialen hat zu diesem Erfolg beigetragen. „Mit dieser neuen Beratungsphilosophie wird technikunterstützt die gesamte Anlage- und Lebenssituation unserer Kunden optimal erfasst und analysiert. Neben den persönlichen Zielen und Wünschen sowie der Vermögensstruktur werden auch Themen wie Absicherung und Altersvorsorge professionell beleuchtet. Am Gesprächsende erhält der Kunde ein ausführliches Exposé für seine Unterlagen. Die positiven Kundenreaktionen bestärken uns darin, dieses Angebot auszubauen“, so Ließem.

Die insgesamt für Kunden verwalteten Einlagen und Kredite stiegen um über 125 Mio. Euro oder knapp 8 % auf aktuell 1,75 Mrd. Euro.

„In der VR-Bank wurden mehr als 750 Kreditanfragen im abgelaufenen Jahr bearbeitet mit einem Volumen von über 130 Mio. Euro. Wir verzeichneten eine kräftige Nachfrage bei privaten Wohnungsbaudarlehen, im Bereich der Projektfinanzierungen und auch im Firmenkundengeschäft. So stiegen die insgesamt herausgelegten Kredite inklusive der an die Hypothekenbanken und an die Bausparkasse vermittelten Darlehen auf knapp 750 Mio. Euro oder um etwa 7 %“, berichtet Rainer Jenniches. Die gestiegene Nachfrage nach Wohnimmobilien führe am Immobilienmarkt in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zu erkennbaren Preissteigerungen bei Mieten und auch bei Kaufpreisen für Häuser und Wohnungen. „Letztendlich hilft gegen steigende Preise nur verstärkter Wohnungsbau“, erklärt Jenniches. „Unsere Tochtergesellschaft, die V+R Immobilien GmbH blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Geschäftsführer Guido Tannenbaum konnte gemeinsam mit seinem Team knapp 100 Immobilien im Wert von nahezu 30 Mio. Euro vermitteln.“

„Die insgesamt für unsere Bankteilhaber und Kunden verwalteten Geldanlagen bei der VR-Bank, bei der Union Investment, der R+V Versicherung und der Bausparkasse Schwäbisch Hall stiegen um knapp
80 Mio. Euro oder 8,5 % erstmals in der Firmengeschichte auf insgesamt über 1 Mrd. Euro“, informiert Martin Ließem. Für den Privatanleger war das Jahr 2016 erneut herausfordernd. Die anhaltende Nullzinspolitik der EZB verhinderte die Erzielung planbarer und sicherer Zinseinkünfte. Der Deutsche Aktienindex DAX startete auf einem Niveau von 10.485 Punkten in das Jahr. Im Februar kam es - ausgelöst von Konjunktursorgen in China – zu einem scharfen Einbruch um fast 17 % auf 8.752 Punkte. Erst im Dezember konnte der Index in den positiven Bereich drehen. Der Jahresendstand bei 11.481 Punkten bedeutete ein erneutes Plus von 9,4 %.

„Unser Ziel war es, die Vermögensstruktur der Kunden durch die Beimischung von Sach- und Substanzwerten weiter zu verbessern und einen Ausgleich für die fehlenden Zinseinkünfte zu schaffen“, erläuterte Ließem die Anlagestrategie für die Mitglieder und Kunden unserer Bank.

Der Wertpapierumsatz stieg um starke 25 % auf 117 Mio. Euro. Dabei waren Investmentfonds, Aktien und Zertifikate die wesentlichen Umsatztreiber.
„Die VR-Bank erzielte ein gutes Betriebsergebnis und erreicht damit eine deutliche Verbesserung der Eigenkapitalausstattung und schafft gute Voraussetzungen für eine Dividendenausschüttung von 6,5 % an ihre Bankteilhaber“, berichten die beiden Bankvorstände.

Die „Stiftung der VR-Bank Bonn“ fördert weiterhin insbesondere soziale und gemeinnützige Kinder- und Jugendprojekte im direkten Geschäftsgebiet der Bank wie beispielsweise die Arbeit des Vereins „Ausbildung statt Abschiebung“, das Weihnachtslicht, der Familienkreis e. V. und erneut das Projekt   One World in Bad Godesberg. Außerdem erhielten der VfL Lengsdorf, das Kammerorchester Wachtberg sowie der Känguru Verein eine Zuwendung. Die Stiftung engagiert sich darüber hinaus in Form von Stipendien bei der Universität Bonn und der Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg. Insgesamt wurden von der Stiftung ca. 80.000 Euro vergeben.

Die VR-Bank Bonn unterstützt außerdem zahlreiche Vereine und Institutionen mit Sponsoring und Spenden. Weitere 80.000 Euro flossen aus Gewinnsparmitteln sozialen, gemeinnützigen oder sportfördernden Zwecken zu.


Erika Lägel