Solides Ergebnis in schwierigem Umfeld

Bonn - Duisdorf, 14. Februar 2020

Traditionelles verantwortungsbewusst in digitale Vorteile übersetzen


„Im Geschäftsjahr 2019 hielt die Niedrigzinsphase weiterhin an“, sagte Rainer Jenniches,
Vorstand der VR-Bank Bonn, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz,
die er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Martin Ließem gab.
„Trotz dieser erschwerten Bedingungen und aller damit verbundenen Herausforderungen
konnten wir im Jahr 2019 ein solides Ergebnis mit erfreulichen Wachstumsraten bei der
Anzahl der Mitglieder sowie bei den Einlagen und Krediten erreichen“, so Jenniches weiter.

„Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Damit stehen wir Genossenschaftsbanken vor großen Herausforderungen. Wir sind gefordert, den Wandel und die Tradition erfolgreich
zu vereinen und sehen unsere besondere Verantwortung für die Region und ihre Menschen“,
erklärt Jenniches. Ziele seien weiterhin die Förderung der Mitglieder, der heimischen
Wirtschaft und der gesamten Region und das mit fairen und vertrauenswürdigen Angeboten
für alle Kunden.

„Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert.
Das zeigt sich in der weiterhin rückläufigen Anzahl der Kundenkontakte in den Filialen.
Dennoch hatten wir bislang die Anzahl unserer Filialen beibehalten“, erklärt Martin Ließem,
im Vorstand zuständig für die 12 Filialen und das Anlagegeschäft. 
„Wie bereits bekannt ist, hat unsere Filiale Oedekoven im November einen massiven
Wasserschaden erlitten, der dazu führte, dass die Filiale geschlossen werden musste.
Aufgrund des Schadenumfangs und der stark nachlassenden Kundenfrequenz haben wir uns
entschlossen, den Standort ausschließlich als SB-Filiale weiterzuführen.
Das bedeutet, dass vor Ort der Geldautomat, der Kontoauszugsdrucker und der
Überweisungsbriefkasten unverändert zur Verfügung stehen.
Für bediente Schalterservices und Beratungen können die nahegelegenen Filialen in Alfter,
Duisdorf und Witterschlick genutzt werden.
Die Kundenberater der Filiale Oedekoven sind bereits seit einigen Wochen in der Filiale
Alfter, Am Herrenwingert, im Einsatz“, berichtet Ließem.

Die digitale Zukunft findet auf Smartphone und Tablet statt.
Die Kunden und Mitglieder sind im Online-Banking zunehmend mobil unterwegs und die
Nutzung unseres Internetangebotes steigt. Mittlerweile wird jede vierte Aktion im Banking
und Brokerage mit einer TAN-App zur mobilen Auftragsvergabe durchgeführt.
Über eine technische Umstellung Mitte 2019 wurde für das Online-Banking der Grundstock
gelegt, um in eine modernere, benutzerfreundlichere Zukunft gehen zu können.
Das Kundenverhalten bestätigt den beschrittenen Weg in Richtung digitaler Erreichbarkeit
und Services. Nahezu 12.000 Kunden nutzen inzwischen Onlinebanking.
„Neu ist, dass unsere Kunden jetzt Termine bei ihren Kundenberatern online vereinbaren
können“, erklärt Ließem. Dieser neue Service wird gerne genutzt.

„2019 konnten wir nahezu 500 neue Mitglieder begrüßen“, freut sich Ließem. 
„Mitgliedschaft oder Bankteilhaberschaft gibt es nur bei Genossenschaftsbanken.
Unsere Kunden und rund 16.300 Mitglieder haben erkannt, dass dieses Geschäftsmodell
deutlich sicherer und nachhaltiger ist als die Strategie börsennotierter Großbanken,
die von den Interessen der Aktionäre abhängig sind“, erläutert Ließem. 

Auch im vergangenen Jahr konnte die VR-Bank Bonn durch ein gutes Kreditgeschäft den abschmelzenden Zinsüberschüssen gegensteuern.
Der Bestand an Kundenforderungen erhöhte sich um 13 Millionen Euro oder 2,2 % auf
594 Millionen Euro. Für unser Kreditwachstum mussten wir 140 Millionen Euro
Neukreditgeschäft an Firmen- und Privatkunden zusagen, um die erhöhten
Tilgungsrückflüsse unserer Kunden zu kompensieren.
Aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen werden jetzt die freien Gelder der Kunden
vermehrt zur Rückzahlung von Krediten eingesetzt“, erläutert Rainer Jenniches, der im
Vorstand den Kreditbereich verantwortet.
Insgesamt betreut die VR-Bank Bonn ein Kreditvolumen von 831 Mio. Euro.
Eingerechnet sind Darlehen mit besonders langen Zinsbindungen, die an die
Verbundpartner (Hypothekenbanken und die Bausparkasse) vermittelt werden.

„Das konjunkturelle Umfeld in unserer Region zeigte sich im letzten Jahr in einer guten
Verfassung“, so Jenniches weiter. 
Das Einlagenwachstum betrug trotz der „Nullzins-Situation“ 8,4 %.
„Die insgesamt für unsere Bankteilhaber und Kunden verwalteten Geldanlagen bei der
VR-Bank, bei der Union Investment, der R+V Versicherung und der Bausparkasse
Schwäbisch Hall belaufen sich auf insgesamt mehr als 1,1 Mrd. Euro“,
informiert Martin Ließem.

„Das Börsenjahr 2019 war ausgesprochen erfreulich. Der Aktienindex DAX  legte um
25 % auf einen Jahresendstand von 13.249 Punkten zu.
Die Nachfrage nach Aktien, Zertifikaten und Immoblienfonds stieg. Die Bank konnte alle
gesetzten Ziele im Wertpapiergeschäft übertreffen.
Das gesamte für die VR-Bank Kunden betreute Einlagen- und Kreditvolumen beträgt
1,94 Mrd. Euro. Die VR-Bank Bonn erzielte ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis und
konnte die Eigenkapitalausstattung weiter verbessern.
Die jahrelange Niedrigzinsphase hinterlasse jedoch zunehmend Spuren in der Erfolgsrechnung
und setze die Zinsspanne weiter unter Druck. Hier sei in den nächsten Jahren keine
Trendwende zu erwarten.
„Vor diesem Hintergrund werden Vorstand und Aufsichtsrat in der nächsten
Vertreterversammlung eine auf 4,5 % reduzierte Dividende vorschlagen.
Da am Kapitalmarkt aktuell für 10-jährige Bundesanleihen negative Renditen gezahlt werden,
bleibt unsere Ausschüttung im Vergleich hoch attraktiv“, berichten die Bankvorstände.
 
„Unsere Tochtergesellschaft, die V+R Immobilien GmbH blickt ebenfalls auf ein erfolgreiches
Geschäftsjahr 2019 zurück.
Geschäftsführer Michael Berg konnte gemeinsam mit seinem Team circa 40 Immobilien im
Wert von nahezu 16,8 Mio. Euro vermitteln“, berichtet Rainer Jenniches.

Die VR-Bank Bonn investierte in 2019 in einen umfangreichen Um- und Ausbau der ersten
und zweiten Etage des bankeigenen Hauptstellengebäudes in Bonn-Duisdorf,
Am Burgweiher 51. Es wurden neue Räume für Kreditberatungen und Sitzungen geschaffen.
Die internen Abteilungen, die dort bislang ihre Büros hatten, konnten die nagelneuen Räume
in der umgestalteten ersten Etage des Bankgebäudes in Alfter, Am Herrenwingert beziehen.

Die „Stiftung der VR-Bank Bonn“ fördert weiterhin schwerpunktmäßig soziale und
gemeinnützige Kinder- und Jugendprojekte im direkten Geschäftsgebiet der Bank.
So wurden beispielsweise das Marienhospital, die Bürgerstiftung Rheinviertel, der
Förderverein für Psychomotorik, der Verein Hilfe für Psychisch Kranke,
das Beethovenkinderfest, der Ambulante Kinder- und Jugendhospiz, der Verein
Ausbildung statt Abschiebung, der Familienkreis, der Olympische Fechtclub und diverse
Schulen finanziell unterstützt. 
Außerdem wurde die Förderung von Studenten der Universität Bonn und der Fachhochschule
Bonn Rhein-Sieg im Rahmen des Deutschlandstipendiums fortgesetzt.
In 2019 konnten aus Mitteln der Stiftung der VR-Bank Bonn 109.000 Euro vergeben werden.
Die VR-Bank Bonn unterstützte darüber hinaus zahlreiche Vereine und Institutionen
mit Sponsoring und Spenden in Höhe von circa 100.000 Euro. so dass insgesamt eine
Summe von nahezu 210.000 Euro sozialen, sportfördernden und gemeinnützigen Zwecken
zu Gute kam.
                                         
Erika Lägel